Kampf dem Coburger Convent – Mobivortrag und anschließendens Antifa-Café

Datum: Mittwoch, 06.04.2022
Zeit: 18:00 - 21:00 Uhr


Um 18 Uhr startet der Mobi-Vortrag, anschließend findet das Antifa-Café wie gewohnt statt!

Was ist der CC?
Der Coburger Convent ist der größte Dachverband studentischer Verbindungen in Deutschland und Österreich. Nach eigenen Angaben besteht er aus circa 10.000 Mitgliedern in sog. „Landsmannschaften“ und „Turnerschaften“. Dort vertretene Verbindungen sind ausschließlich farbentragend und pflichtschlagend – d.h., dass sie ihre Ideale auch im Rahmen von Duellen (sog. Mensuren) vertreten.

Wofür steht der CC?
Der Leitspruch des CC lautet „Ehre – Freiheit – Freundschaft – Vaterland“: Ehre gilt im CC den deutschen Täter:innen, die für zwei Weltkriege und den nationalsozialistischen Massenmord verantwortlich sind – bspw. während des sog. „Totengedenkens“. Opferkult und Geschichtsverklärung sind elemantare Bestandteile dieser jährlichen Veranstaltung. Freiheit meint die Schaffung eines deutschen Nationalstaates als Befreiung von der Monarchie, die auch von Studentenverbindungen vertreten wurde (Stichwort: Wartburgfest). Schon damals galt Freiheit aber nicht für alle. Während des Wartburgfestes kam es zu Bücherverbrennungen bspw. jüdischer Schriftsteller:innen, die als „undeutsch“ angesehen wurden. Freundschaft kann für rein männliche Studentenverbindungen auch nur unter Männern bestehen. Der Ausschluss von FLINTA* in den eigenen Reihen setzt sich fort in einem Gesellschaftsbild, das ausschließlich Männer in Führungspositionen (am besten „Bundesbrüder“) heben will. Oder sich fortsetzt in Äußerungen gegen den sog. „Gender-Clash“ – Sexismus in Reinform. Vaterland wird im CC nicht etwa unter den Grenzen der BRD definiert. Ein Gedenkstein bekennt sich zu den Grenzen des Deutschen Bundes von 1848. Beim jährlichen „Totengedenken“ (an besagtem Gedenkstein) wird Kriegsund Massenmordbeteiligung als ehrenvoller Dienst für das Vaterland verklärt. Der Fackelmarsch am Abend setzt diese Vorstellung von Vaterland fort: Waffen, Uniformen, Fackeln – eine Ästhetik, die Neonazis aus der Region genauso begeistert wie nationalistische Reden der Vorsitzenden vom Rathausbalkon, wo einst Adolf Hitler stand.

Warum Kampf dem CC?
Der CC propagiert eine Welt, in der Elitarismus, Sexismus und Nationalismus feste Bestandteile der Gesellschaft sein sollen. Die Kritik an diesem Dachverband ist so umfassend, dass sie auf einen Flyer nicht passt.
Doch es geht nicht nur um Kritik an seiner Ideologie: Der „Pfingstkongress“ des Coburger Convents versetzt die Stadt Coburg in eine Art Belagerungszustand. Während Frauen und LGBTIQA+ Übergriffen von betrunkenen Sexisten ausgesetzt sind, sind auch gewalttätige Angriffe auf vermeintliche Gegendemonstrant:innen keine Seltenheit. Die Stadt und die Ordnungsbehörden schauen diesem Treiben regelmäßig zu und hofieren den CC bspw. über die Bereitstellung städtischer Infrastruktur. Obwohl klar ist, von wem an diesem Wochenende eine Gefährdung für die Allgemeinheit ausgeht, wird Gegenprotest immer wieder verklärt und verunmöglicht. Überzogene BePo- und USK-Aufgebote, Versuche der Kriminalisierung von Protest bis hin zum Nichtverfolgen von Straftaten bei Burschis: Auch die Polizei scheint dem Treiben übergriffiger Nationalisten keinen Einhalt gebieten zu wollen. Der tägliche Einzelfall lässt grüßen. Ihr merkt: Wir brauchen euch! Eine Stadt, die solche Veranstaltungen zulässt, muss mit Protesten rechnen! Ein CC, der Sexismus und Nationalismus salonfähig machen will, gehört genauso wie andere Studentenverbindungen abgeschafft! Deshalb: im Juni ab nach Coburg! Studentische Verbindungen auflösen! Kampf dem CC! Weitere Infos findet ihr auf coburgerconvent.blogsport.de oder auf Insta (@studentenverbindungenaufloesen).